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Maxim Gorki in Bad Saarow
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Wind streift über das Schilf am Nordufer des Scharmützelsees. Hier am märkischen Meer,
wie Fontane den See nannte, wurde Anfang des 20. Jahrhunderts eine Landhauskolonie
errichtet. Parkanlagen schmiegen sich in die reizvolle Uferlandschaft,
Kleinvillen und Kureinrichtungen mit Blick auf's Wasser entstanden in dieser
Zeit. Im Jahr 1923 kam es zur offiziellen Gründung des Kurortes Bad Saarow.
In den goldenen Zwanzigern wurde auch das Gorki-Haus erbaut. Benannt nach einem der
berühmtesten Kurgäste des Ortes. Der russische Schriftsteller hatte im "neuen Sanatorium"
Erholung gesucht. Neben ihm reisten Künstler und Prominente nach Bad Saarow; Stars der
Stummfilmzeit wie Käthe Dorsch und Harry Liedtke hatten hier ihr zweites Domizil.
Boxerlegende Max Schmeling wurde am Scharmützelsee mit Anny Ondra getraut. Unweit
ihrer Villa lebte der Regisseur Ernst Lubitsch. Inmitten der Natur fanden sie den
Ausgleich zum hektischen Großstadtleben. Noch heute prägt die Aura vergangener Tage die
Eindrücke beim Spaziergang durch den Kurort.
Vieles hat das Gorki-Haus seitdem erlebt. In der Pogromnacht von 1938 wurde die
Innenausstattung teilweise zerschlagen. Noch heute zeugen Spuren auf den Dielen
davon. Die dort wohnende jüdische Familie Landsberg floh ins Ausland. über dreißig
Jahre später, im Jahr 1972 wurde der Holzbau zur Gedenkstätte für Maxim Gorki. Man
richtete eine Bibliothek und ein Museum ein. Nach dem Umzug der Bibliothek soll das
traditionsreiche Haus auch heute wieder den Kurgästen offen stehen. Wir haben es im
Jahr 2003 zum Gästehaus umgebaut, das wir betreuen.
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